https://iclfi.org/pubs/spk/2026-tesla
Die Spartakist-Arbeiterpartei veröffentlicht hier ein Flugblatt der Autoarbeiter für eine kämpfende IG Metall vom 27. Februar. Die SpAD unterstützt ihren Kampf und fordert alle anderen Linken und Organisationen der Arbeiterbewegung dazu auf, dies ebenfalls zu tun und den gerechten Kampf der Autoarbeiter-Gruppe überall bekannt zu machen.
An alle Arbeiter der Tesla Giga Factory in Grünheide: Wir, Arbeiter im Mercedes-Benz-Werk in Berlin-Marienfelde, unterstützen euren Kampf aus vollem Herzen! Ihr könnt Geschichte schreiben. Macht euer Werk zur weltweit ersten Tesla-Fabrik mit Tarifbindung! Dazu müsst ihr gewerkschaftliche Macht in eurem Betrieb aufbauen.
- Tretet in unsere IG Metall ein!
- Wählt Liste 1!
Elon Musk, der reichste Mann der Welt, und seine deutschen Laufburschen in eurer Werkleitung sind fanatisch gewerkschaftsfeindlich. Sie wollen willige Arbeitsknechte, die alles mit sich machen lassen. Ihr könnt diesem Größenwahn Einhalt gebieten. Sie brauchen euch. Auch Elektroautos bauen sich nicht von allein.
Wir produzieren nur 35km voneinander entfernt hochwertige Autos bzw. PKW-Komponenten. Also sollten wir auch die gleichen Arbeitsbedingungen haben!
- die gleichen Löhne
- die gleiche 35h-Arbeitswoche
- das gleiche Urlaubs- und Weihnachtsgeld
- die gleichen Schichtzulagen
Als einzelner Arbeiter bist du deinem Boss gegenüber machtlos. Mit einer Gewerkschaft kann so etwas durchgesetzt werden. Es muss Schluss sein mit den menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in eurem Werk:
- Arbeitsplätze und Taktzeiten, die nicht krank machen!
- Zusätzliche Pausen an den Bändern!
- Krankmeldungen ohne Schikane und Hausbesuche
- Schluss mit der Nasenpolitik bei Eingruppierungen!
- Übernahme der Leiharbeiter!
- Freie gewerkschaftliche Betätigung im Betrieb!
- Schluss mit dem Ausspionieren der Belegschaft!
- Achtung eurer Würde! Keine Respektlosigkeiten durch Vorgesetzte!
Unser Management ist kein Stück besser. Källenius beschwerte sich über Arbeiter in Deutschland: „Es darf nicht so einfach sein, sich krankzumelden.“ (SZ, 12.12.2024) In den US-Südstaaten - seit Jahrzehnten gewerkschaftsfeindlich - haben sich die deutschen Autobauer eine goldene Nase verdient. Jason Wade von der UAW (US-Autoarbeiter-Gewerkschaft) berichtete kürzlich: „Als die Beschäftigten begannen, sich zu organisieren, reagierte Mercedes mit einer aggressiven Anti-Gewerkschafts-Kampagne - mit Angst, Druck und Einschüchterung.“ (FAZ, 9.2.2026) In den deutschen Autowerken können sie sich nicht uneingeschränkt so aufführen wie auf einer Plantage. Dafür gibt es am Ende nur den einen Grund: ihre Angst vor 2 Millionen in der IG Metall organisierten Arbeitern.
Aber auch wir in Marienfelde stehen vor riesigen Problemen. Wie in allen deutschen Autowerken, sind wir mit einem Management konfrontiert, das rücksichtslos Industriearbeitsplätze vernichtet. Von ehemals 3.600 sollen wir auf unter 1.500 reduziert werden. Unsere Gruppe, Autoarbeiter für eine kämpfende IG Metall, hat sich zusammengetan, um genau dagegen vorzugehen. Unsere Kollegen beobachten den Kampf der IG Metall bei Tesla sehr aufmerksam. Denn auch wir brauchen wieder eine Gewerkschaft, die eine Kampforganisation ist. Lasst uns in Verbindung treten! Eine Allianz von Tesla-, Mercedes- und BMW-Arbeitern im Berliner Raum könnte eine Kraft sein, die gewerkschaftliche Macht in der Hauptstadt durchsetzt!
(IG METALL TESLA WORKERS)!
Wir sind eine Gruppe von kämpferischen Kollegen aus unterschiedlichen Werksbereichen. In unseren Reihen findet ihr Arbeiter und Arbeiterinnen unterschiedlicher ethnischer Herkunft. Zu uns zählen sowohl einfache IG-Metall-Miglieder als auch Vertrauensleute und Betriebsräte.

