https://iclfi.org/pubs/spk/2026-hh-hafenstreik
Über 80 % der befragten Hafenarbeiter haben sich bei der letzten Rückkopplung für Streik ausgesprochen. Somit kam es zum 48-Stunden-Warnstreik. Die Hafenarbeiter fordern 8,2 % mehr Lohn, mindestens aber 2,50 € mehr pro Stunde und besonders eine Befristung der Laufzeit auf 12 Monate. Es ist extrem wichtig, dass der Streik gewinnt! Dafür braucht es die breiteste Einheit aller Hafenarbeiter.
Das bedeutet: Um die Hafenbosse in die Knie zu zwingen, muss der Hafen stillgelegt werden! Aber die Arbeiter sind gespalten in die verschiedensten Tochterfirmen, Subunternehmen und Lohngruppen. Was ver.di also tun müsste? Alle Arbeiter der Hafenwirtschaft für den Streik mobilisieren und insbesondere für diejenigen in den unteren Lohngruppen kämpfen.
Das Gegenteil aber ist der Fall: Anstatt Einheit zu schmieden, hat die Führung von ver.di die Arbeiter von GHB Bremerhaven im Stich gelassen und zugelassen, dass ihre Jobs in einem separaten Tarifvertrag verhandelt werden. Auch die Lascher. So schwächt die Politik der ver.di-Führer den Streik, indem sie einige ihrer eigenen Mitglieder und andere Arbeiter zur Arbeit schickt und sich weigert, die anderen Beschäftigten im Hafen zum Streik aufzurufen, von denen viele Migranten und Frauen sind. Beispielsweise die Kantinenmitarbeiter und die Reinigungskräfte. Diese Beschäftigten befinden sich in einer potenziell äußerst prekären Lage, da vielen von ihnen die Staatsbürgerrechte fehlen und sie auf ihre Arbeit angewiesen sind, um im Land bleiben zu können. Ver.di sollte diese Kolleginnen und Kollegen mobilisieren, um den Streik zu unterstützen, und sie vor Vergeltungsmaßnahmen schützen. Das würde den Streik stärken und viele Unterstützer unter anderen migrantischen Arbeitern in Hamburg gewinnen.
Die Top-Führung in Hamburg und Berlin leitet die Gewerkschaft nicht wie ein Instrument, das die Interessen ihrer Mitglieder gegenüber den Bossen durchsetzen soll, sondern stattdessen als ein Mittel, um Kompromisse zu finden, von denen angeblich beide Seiten profitieren. Die Bosse gehen von einem Angriff auf die Arbeiter zum nächsten über, während die Gewerkschaftsführung immer weiter zurückweicht und keinen harten Kampf für die Arbeiterinteressen organisiert. Ein Beispiel dafür ist die ständige Forderung nach Zugeständnissen in Bremerhaven und die Erpressung durch die Bosse mit Entlassungen, während ver.di nicht dafür kämpft, die Verteidigung der Kollegen im GHB zum Teil der Tarifverhandlungen zu machen.
Genauso bei Kürzungen im Sozialbereich – die schlimmsten seit Jahrzehnten. Angesichts von Kürzungen, die alle Arbeiter treffen, versucht die Gewerkschaftsführung nicht, die Kräfte der Arbeiterklasse zu mobilisieren, damit sie sich gegen die Angriffe der Merz/Klingbeil-Regierung wehren kann. Denn sie schwimmt mit der Regierung bei der Unterstützung der NATO und der Militarisierung auf derselben Welle. Darum organisiert sie den Kampf auf eine Weise, die die Bosse und ihre SPD-Partner in der Regierung auf gar keinen Fall untergräbt. Was bedeutet das für die Arbeiter? Auf ihren Nacken werden die Kosten für die Aufrüstung abgewälzt.
Wir müssen Schluss machen mit diesem Kurs. Wir müssen dafür kämpfen, dass sich ver.di gegen die Aufrüstung & NATO stellt und die Einheit der Hafenarbeiter erkämpft! Wir brauchen starke Streikpostenketten, die niemand überquert. Und eine Führung in ver.di, die dafür kämpft.

